Ihre Stellungnahmen, Meinungen und Ideen

Hier finden Sie eine vollständige Dokumentation aller Stellungnahmen, die bis zur Landessynode 2014 eingegangen sind.

Westfälische Stellungnahmen, die bis zum 1. Juli 2013 eingegangen waren, wurden in den Zwischenbericht zur Landessynode 2013 aufgenommen.

Das Stellungnahmeverfahren insgesamt endete am 7. Juli 2014. Alle bis dahin eingegangenen Stellungnahmen wurden in den Bericht zur Landessynode 2014 aufgenommen und ausgewertet.

Theologischer Ausschuss Kirchenkreis Arnsberg

Verwechslung vermeiden

Der Theologische Ausschuss des Kirchenkreises Arnsberg äußert Bedenken im Blick auf die öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die sich aus seiner theologischen Argumentation ergeben. "Einige Mitglieder des Ausschusses sind der Auffassung, dass sich bei einer öffentlichen Segenshandlung die Unterscheidung von der Kirchlichen Trauung für die allgemeine Öffentlichkeit nicht wahrnehmbar realisieren lässt. Deshalb sei die bisherige Praxis beizubehalten, eine Segnung im Rahmen der seelsorgerlichen Begleitung vorzunehmen." Heißt es im Anschreiben zu der Stellungnahme.

Die Stellungnahme im Wortlaut

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Schulausschuss Dortmund

Unterrichtsmaterialien fehlen

Der Schulausschuss des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund hat in seiner Stellungnahme auch die Perspektive von Kindern und Jugendlichen eingenommen und fragt beispielsweise:

"Schülerinnen und Schüler leben sehr häufig in Stief- und Patchwork-Familien, viele werden in Ein-Eltern-Familien groß. Einige leben bei den Großeltern, in Pflegefamilien oder bei gleichgeschlechtlichen Eltern, manche sogar in Wahlfamilien.

Sehr viele Schülerinnen und Schüler leben in multinationalen und multireligiösen Familien. Was tragen diese Familien zur Entwicklung von (religiöser) Toleranz bei?" Der Schulausschuss regt die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zur Hauptvorlage an.

Stellungnahme im Wortlaut

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Kreissynode Halle

Orientierung bieten

Die Kreissynode Halle hat sich in sechs Arbeitsgruppen mit Themen der Hauptvorlage beschäftigt. So kommt die Arbeitsgruppe "Theologische Aspekte zu Familie und Ehe" zu dem Ergebnis, "dass jede Positionierung in der Gefahr steht, als Abwertung einer anderen Position wahrgenommen zu werden (z. B. die bloße Frage nach der Bedeutung von Gen 1 ,28b als Abwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften; die Würdigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften als Abwertung der Ehe zwischen Frau und Mann).  Die Rolle der christlichen Kirche in der heutigen gesellschaftlichen Situation könnte durchaus darin bestehen, Menschen dabei zu helfen, unter sorgfältigem Abwägen aller Möglichkeiten und ihrer Bedingungen bzw. Konsequenzen ihren je eigenen Weg zu finden. So könnte die Kirche Orientierung in der jeweiligen Lebensform bieten, ohne diese Lebensform selbst zu bewerten.

Hier finden Sie alle Berichte der Arbeitsgruppen im Wortlaut.

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Rat der Vikarinnen und Vikare

Kirche als Vorreiterin

Der Vorstand des Rates der Vikarinnen und Vikare in der EKvW bittet "die Kirche als Arbeitgeberin um Unterstützung zur Stärkung der familiären Interessen der Vikarinnen und Vikare." Zwar seien in den letzten Jahren von Seiten der EKvW schon erste verbessernde Maßnahmen diesbezüglich ergriffen worden, dennoch gibt es gerade für die Situation im Seminar für pastorale Ausbildung in Wuppertal noch weiteren Handlungsbedarf. "Kirche hat die Chance, in unserer heutigen Gesellschaft Vorreiterin bzgl. familienfreundlicher Berufsausbildung und -ausübung zu werden. Wir wünschen uns, dass sie diese Chance er-greift!" heißt es in der Stellungnahme.

Stellungnahme im Wortlaut

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Frauenausschuss KK Lübbecke

Zum realen Leben ermutigen

Der Frauenausschuss des Kirchenkreises Lübbecke sieht in seinem Votum die Hauptvorlage insgesamt "mit ihren Impulsen als gute Grundlage für einen notwendigen Diskussionsprozess innerhalb unserer evangelischen Kirche." Er benennt verschiedene kirchliche und theologische Handlungsfelder, in denen die Impulse umgesetzt werden können. "Als eine Herausforderung für die kirchliche Praxis und das evangelische Familienverständnis (S. 38ff. HV) sehen wir die dringende Notwendigkeit, die Menschen in den Gemeinden zu einer inneren Offenheit gegenüber verschiedenen Familienmodellen zu ermutigen."

Das Votum im Wortlaut

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Pfarrkonvent "kreuz&queer"

Konsequent zu Ende denken!

"Die Hauptvorlage ist ein großer Fortschritt in der Debatte um Lebensformen. Wir begrüßen viele Ansätze darin und erwarten, dass sie sich zukünftig im kirchlichen Leben abbilden." Das schreibt der schwul-lesbische Pfarrkonvent "kreuz&queer" in seiner Stellungnahme. In fünf Punkten hält er fest, dass die Hauptvorlage die Orientierung an Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung als ethische Kriterien nicht konsequent zu Ende denke. So heißt es:

"Konsequent zu Ende gedacht bedeutete der funktionale Familienbegriff, dass man Menschen, die in (oder an) der Institution Ehe scheitern, daher noch nicht ein moralisches Versagen unterstellen müsste. Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung können auch in Situationen des Scheiterns verwirklicht werden. Die dringliche Frage für die Kirche ist dann nicht, wie sie die Institution Ehe um jeden Preis retten kann, sondern wie sie diesen Menschen in ihrem Scheitern Hilfestellung geben kann, trotzdem verbindlich, verlässlich und verantwortlich zu handeln. Es ist grundlegend reformatorisch, einen Menschen wegen seines Scheiterns nicht aufzugeben, sondern ihn weiterhin als ethisches Subjekt anzusprechen."

Stellungnahme im Wortlaut

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Vorstand des Westfälischen Gemeinschaftsverbandes

Familienorientiert und generationsübergreifend

Der Vorstand des Westfälischen Gemeinschaftsverbandes bezieht sich in seiner Stellungnahme auf die Frage, ob es ein von der Bibel begründetes Modell von Familie gibt und worin der Segen einer familienorientierten generationsübergreifenden Gemeindearbeit liegt. Er beschreibt in diesem Zusammenhang einige seiner erfolgreichen Projekte und kommt zu dem Schluss: "Wenn wir als Christen und Gemeinden den Menschen im gesellschaftlichen Wandel von Ehe und Familie Orientierung geben und Gottes Segen weitergeben wollen, dann brauchen wir vonseiten der Evangelischen Kirche zu Ehe und Familie eine klare, biblische Positionierung. Diese muss der nachfolgenden Generation durch persönliche Vorbilder und zielgerichtete Bildung begeisternd und überzeugend weiter vermittelt werden."

Stellungnahme im Wortlaut

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Kirchengemeinde Halver

Sein geht der Funktion voran

Das Presbyterioum der Evangelischen Kirchengemeinde Halver (KK Lüdenscheid-Plettenberg) bekräftigte im Sommer 2014 seine Kritik an einem funktionalen Familienbegriff. Menschliches Leben und Zusammenleben müsse vom Sein und nicht vom Tun her definiert werden, so das Presbyterium.

Stellungnahme im Wortlaut

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Kirchengemeinde Meinerzhagen

Angemessene Verhältnisbestimmung

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Meinerzhagen (KK Lüdenscheid-Plettenberg) wünscht sich eine "angemessene Verhältnisbestimmung von Ehe und Familie". Es lehnt eine Fortentwicklung der Handreichung "Andacht für Lebenspartnerschaften" ab.

Stellungnahme im Wortlaut

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Kirchengemeinde Brügge (Lüdenscheid)

Belastung für die Ökumene

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Brügge lehnt eine Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab. Sie gefährde die innere Einheit der Landeskirche und stelle eine Belastung für die Ökumene dar.

Presbyteriumsbeschluss im Wortlaut

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Kreissynode Soest

Realitäten wahrnehmen

Die Kreissynode Soest hat Impulse der Hauptvorlage aufgegriffen und auf die Realitäten im Kirchenkreis bezogen. Dabei wurde beispielsweise deutlich, "dass die Großfamilie bei russlanddeutschen Familien und im Dörflichen gelebt wird, in der Stadt sich zunehmend Patchwork- und Alleinerziehende Familien etablieren." Auch könne es "eine Aufgabe der Kirchengemeinde sein, das Thema 'Altern' frühzeitig aufzugreifen und ein Forum zu schaffen, gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern darüber nachzudenken, wie das eigene Leben im Alter aussehen soll und organisiert werden kann." In der Stellungnahme werden erfolgreiche Beispiele beschrieben und Ideen entwickelt.

Die Stellungnahme im Wortlaut

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Kreissynode Hamm

Konsequenzen für Kirche und Sozialrecht

Die Kreissynode Hamm betont, dass die Perspektive einer evangelischen Familienethik Konsequenzen für das geltende Familien-und Sozialrecht haben muss. Um als Kirche im Einzelfall Familien helfen zu können, sei eine "stabile Absicherung der diakonischen Angebote zur Unterstützung von Familien" drängend. Weiterhin sei es nötig, dass die Kirche als Arbeitgeberin familienfreundliche Angebote bietet. Darüber hinaus macht die Kreissynode darauf aufmerksam, dass die veränderte Familienwirklichkeit Einfluss auf das Ehrenamt hat, das zurzeit zu 70 Prozent von Frauen ausgeübt wird.

Stellungnahme im Wortlaut

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Kirchenkreis Bochum

Analyse und Lösungsvorschläge

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Bochum hat die gesellschaftliche und kirchliche Situation analysiert, biblische Orientierung gesucht, Problemstellungen benannt und Lösungsansätze beschrieben.

Sie kommt zu dem Schluss: "Wir als Evangelische Kirche nehmen als Teil der Gesellschaft in Zusammenarbeit mit anderen unsere Mitverantwortung für die Gestaltung von sozialen Rahmenbedingungen wahr, um die Situation von Familien zu verbessern.

Wir überprüfen unsere innerkirchlichen Strukturen, Angebote und Verlautbarungen auf ihre Familienfreundlichkeit und gestalten diese familienfreundlich.

Wir bitten die Landeskirche, gleichgeschlechtlichen Paaren die kirchliche Trauung zu ermöglichen. Als Zwischenschritt bitten wir die Landeskirche, gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit einer öffentlichen Segnungshandlung im Gottesdienst zu eröffnen."

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Kreissynode Lübbecke

Wegweisende Ergebnisse

Die Kreissynode Lübbecke hat sich auf ihrer Sommersynode 2014 in acht Gesprächsgruppen mit dem Thema "Familien heute" auseinandergesetzt. Dabei ging es um aktuelle Studien, um die Frage "Was brauchen Familien, mit denen wir arbeiten?" und darum, was die Familien der Mitarbeitenden brauchen. Die Ergebnisse sind in acht Voten zusammengefasst. Diese zeigen auf vielfältige Weise, wie durch die kirchliche Arbeit Familien unterstützt werden können. 

Voten im Wortlaut.

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Kreissynode Wittgenstein

Konsequenzen ziehen

Die Kreissynode Wittgenstein hat acht Beschlüsse zur Hauptvorlage "Familien heute gefasst. Sie begrüßt die Diskussion über den Familienbegriff "und dessen Neufüllung auf der Grundlage des Impulspapiers 'Familien heute'." Sie hält an der Institution der Ehe als besonders schützenswertem Raum für Paare fest. Sie bittet die Landessynode darüber hinaus "nach entsprechenden Formen zu suchen, die das verbindliche Zusammenleben und Verantwortungsübernahme von Menschen füreinander unter Gottes Segen stellen." Außerdem bittet sie die Landessynode, sich dafür einzusetzen, dass das "Ehegattensplitting" zugunsten eines "Familiensplittings" verändert wird. Darüber hinaus ist die Landessynode gebeten "Modelle zu erarbeiten, um Kirche als familienfreundliche Arbeitgeberin weiter zu entwickeln."

Die Kreissynode spricht sich auch dafür aus, im Rahmen weiterer konzeptioneller Überlegungen familienorientierte Arbeit besonders zu unterstützen und in der Öffentlichkeit auf die Beratungsangebote für Familien hinzuweisen. Darüber hinaus bittet sie die Landessynode, Trennungsliturgien zu entwickeln.

Stellungnahme und Beschlussanträge im Wortlaut

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Kreissynode Bielefeld

Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ermöglichen

Die Kreissynode Bielefeld hat auf ihrer Sommersynode 2014 die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare befürwortet. Sie bittet die Landessynode, eine gottesdienstliche Handlung dafür zu entwickeln. Der Beschluss wurde bei sechs Gegenstimmen und sechs Enthaltungen gefasst.

Wortlaut

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Kreissynode Lünen

Umsetzungen bedenken

Die Kreissynode Lünen hat 2013 die Hauptvorlage unter drei Erfahrungsbereichen betrachtet: Kasualpraxis, Leben als Pfarrerin und Pfarrer, Kindertageseinrichtungen und Familienzentren. Sie erwartet von der Landessynode ein Nachdenken darüber, "wie neue Definitionen und Beschreibungen von Familie theologisch und liturgisch im praktischen Vollzug von Trauungen und Segnungen aufgenommen werden können."

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Kreissynode Tecklenburg 2014

An zehn Schwerpunkten weitergearbeitet

Der Kirchenkreis Tecklenburg hat an den zehn Schwerpunkten, die er sich auf der Sommersynode 2013 gesetzt weitergearbeitet und die Arbeit evaluiert.

So wurde auf der Kreissynode 2013 das Projekt Familienpaten des Nachbarkirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein professionell begleitetes Ehrenamtsprojekt, das sich der Betreuung von Familien durch Aufwendung von Zeit und Zuwendung widmet. Daraus hat sich in der Folge die Initiative entwickelt, ein solches Projekt auch im Kirchenkreis Tecklenburg zu verorten. Das Vorhandensein der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Lengerich lässt es sinnvoll erscheinen, das Projekt an die Arbeit der Beratungsstelle anzudocken. Da die Beratungsstelle derzeit mit dem Aufbau des "wellcome"-Projektes zur Unterstützung von jungen Familien mit Kindern im Säuglingsalter befasst ist, liegt eine Kombination mit dem Projekt Familienpaten nahe. Der Synode liegt ein Beschluss zum Start des dreijährigen Projekts vor. Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis Tecklenburg werden um finanzielle Unterstützung gebeten.

Die anderen neun Schwerpunkte finden Sie hier.

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Kreissynode Tecklenburg 2013

In zehn Themenbereichen aktiv geworden

Im Kirchenkreis Tecklenburg hatte die Sommersynode 2013 in insgesamt 10 Arbeitsgruppen inhaltliche Schwerpunktbereiche des Familienthemas beleuchtet. Die Sommersynode 2014 hat nun eine Stellungnahme verabschiedet, die Auskunft darüber gibt, wie im Hinblick auf diese Themenbereiche im Kirchenkreis weitergearbeitet wurde.

Der Familienbegriff der Hauptvorlage wird begrüßt, weil er "horizonterweiternd" sei. Gleichzeitig wird festgehalten, dass sich das Lebenskonzept Familie nach wie vor ungebrochener Beliebtheit erfreue und in der Regel auch gelinge. "Die Familie wird als Keimzelle der Gesellschaft begriffen und stellt eine der wichtigsten Lebensziele und -aufgaben der Menschen dar. Angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und den vielfältigen Belastungen, denen Familie heute ausgesetzt sind, bedarf es in Kirche und Gesellschaft jedoch eines geschärften Blicks für notwendige Hilfs-und Unterstützungsangebote, damit das Lebensmodell Familie nicht zerbricht, wenn es in die Krise kommt. Als Kirche sind wir gefragt, in diakonischer Verantwortung wie auch in der Rolle des Arbeitgebers für einen familienunterstützenden Rahmen Sorge zu tragen." So der Kirchenkreis Tecklenburg. Er beschreibt anschließend vielfältige neue gemeindliche und kreiskirchliche Initiativen und Praxismodelle, die Familien in unterschiedlichen Lebensphasen begleiten und unterstützen.

Die Stellungnahme im Wortlaut

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Kreissynode Lüdenscheid-Plettenberg

Differenzen offenlegen und ins Gespräch bringen

Die Kreissynode Lüdenscheid-Plettenberg äußert grundsätzliche Bedenken gegen den funktionalen Familienbegriff der Hauptvorlage und gegen die "Relativierung der von Gott gesetzten Ehe als nur einer von vielen möglichen Formen des Zusammenlebens". Sie begrüßt die Auseinandersetzung mit dem "Verständnis der Heiligen Schrift in der evangelischen Kirche". Sie bittet darum, die Differenzen im Schriftverständnis offenzulegen und die "verschiedenen Sichtweisen möglichst objektiv zu beschreiben und miteinander ins Gespräch zu bringen". Auch in Zukunft solle "die von Gott eingesetzte Ehe als für das christliche Familienverständnis maßgeblich" berücksichtigt werden.

Die Beschlüsse im Wortlaut.

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Kreissynode Herne-Castrop-Rauxel

Milieuverengungen vermeiden – familienfreundlicher werden

Die Kirchengemeinden, Einrichtungen und Ausschüsse im Kirchenkreis Herne-Castrop-Rauxel haben sich intensiv mit der Hauptvorlage "Familien heute" auseinandergesetzt. Die Ergebnisse sind in einer Stellungnahme zusammengefasst, der die Sommersynode 2014 zugestimmt hat. "Die Kreissynode sieht sich in der Gemeinschaft der Kirchengemeinden und Einrichtungen vor der Herausforderung, die eigene Wahrnehmung familiärer und menschlicher Wirklichkeiten ständig zu erweitern und Milieuverengungen zu überwinden."

Dabei geht es um die biblisch-theologische Reflexion des funktionalen Familienbegriffes, die Stärkung der Gemeindearbeit, die Öffnung der liturgischen Praxis für homosexuelle Paare, um familienfreundliche Arbeitsbedingungen innerhalb der Kirche und familienpolitische Forderungen.

  • Der funktionale Familienbegriff der Hauptvorlage weite zwar den Blick auf andere Familienformen, aber - so die Stellungnahme - Familie erschöpfe sich nicht in ihrer Funktion. "Eine Familie weist über sich hinaus, indem sie am Weg der Familie des Volkes Gottes teilnimmt und den Kindern den Zugang zum diesem Weg des Glaubens eröffnet." Die Kreissynode vermisst eine Unterscheidung der Begriffe "Familie" einerseits und "Ehe- bzw. Partnerschaft".

  • Die Kreissynode fordert Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenleitung und der Landessynode auf, bei Gesprächen mit politischen Parteien und Regierungen gegen die Verfolgung homosexueller Lebensentwürfe Stellung zu beziehen. Sie befürwortet die Öffnung der liturgischen Praxis im Blick auf die Segnung homosexueller Paare.

  • Die Kreissynode erwartet, dass die familienpolitischen Äußerungen der Landeskirche der rechtlichen Stärkung und materiellen Unterstützung von Elternpaaren und Alleinerziehenden eine besondere Aufmerksamkeit widmet." Die Kreissynode nennt in diesem Zusammenhang existenzsichernde Einkommen, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn.

  • Im Kirchenkreis soll es binnen Jahresfrist Vorschläge für eine familienfreundliche Personalplanung geben.

  • Die praktischen Impulse der Hauptvorlage werden in der gemeindlichen Arbeit des Kirchenkreises aufgenommen. Die Kreissynode bittet die Kirchenleitung, dafür Sorge zu tragen, dass Gemeinden beispielsweise "durch Fortbildung, Beratung und finanzielle Mittel unterstützt werden, die Ziele der Hauptvorlage umzusetzen."

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Kreissynode Gladbeck-Bottrop-Dortsen

Alle Familienformen wahrnehmen

Die Kreissynode Gladbeck-Bottrop-Dorsten hat unterschiedliche Stellungnahmen aus Kirchengemeinden sowie der Krankenhaus - und Altenheimseelsorge ausgewertet. Ein eher funktionaler Familienbegriff findet Befürworter und Kritiker. Familien sind in der konkreten Arbeit durchaus im Blick, allerdings - so wird selbstkritisch angemerkt - eher als junge Familien mit Kindern. Die 45 - 65Jährigen würden zu wenig angesprochen. Bei acht Gegenstimmen und 11 Enthaltungen hat sich die Kreissynode den Beschluss des Presbyteriums der Kirchengemeinde Bottrop zu eigen gemacht. Diese begrüßt ausdrücklich den erweiterten Familienbegriff, stimmt den Leitlinien der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen zu und hält eine Weiterarbeit an der Hauptvorlage auf allen Ebenen der Landeskirche für notwendig.

Beschluss in Wortlaut

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Kreissynode Dortmund

Freie Geburtshilfe durch Hebammen sichern

Mit Sorge betrachtet die Kreissynode des Kirchenkreises Dortmund die aktuelle Entwicklung im Bereich der freien Geburtshilfe durch Hebammen. Die Erhöhung der Prämien der Berufshaftpflicht drohe dazu zu führen, dass freiberuflich tätige Hebammen sich zusehends aus dem Bereich der Geburtshilfe zurückziehen und diese Tätigkeit noch stärker an Krankenhäusern angesiedelt sein wird. Zu einer kinderfreundlichen Welt gehöre, so die Kreissynode, "dass die Vielzahl an Möglichkeiten und Orten, ein Kind unter fachlicher medizinischer Begleitung zur Welt zu bringen, erhalten bleibt." Die Angebote freiberuflicher Geburtshilfe dürften nicht aus wirtschaftlichen Sachzwängen heraus eingestellt werden müssen. Die Vergütung von Hebammen müsse ihrer verantwortungsvollen Aufgabe angemessen geregelt werden. Die Kreissynode bittet die Verantwortlichen der Diakonie, sich für den Fortbestand von Angeboten freiberuflich tätiger Hebammen in ihren eigenen Häusern einzusetzen.

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Kreissynode Gelsenkirchen Wattenscheid

Konsequenzen aus dem Familienbegriff ziehen

Kirchengemeinden, Referate und Ausschüsse im Kirchenkreis Gelsenkirchen-Wattenscheid begrüßen mehrheitlich den Familienbegriff der Hauptvorlage. Denn "zeitlos sind aus christlicher Sicht nicht soziologische Formen, sondern gelegte Werte des Zusammenlebens wie Liebe, Verlässlichkeit und Verantwortung; auch kann dem Scheitern von Beziehungen nicht mit Verboten begegnet werden, vielmehr gilt auch hier die biblische Botschaft von Versöhnung und Neuanfang."

Aus dem Familienbegriff zieht die Kreissynode verschiedene Konsequenzen für das kirchliche Handeln: Vom Modell offener Gemeindezentren über Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zu multireligiösen Familien. Einige der Anregungen der Kreissynode Gelsenkirchen-Wattenscheid sind bereits auf der Landessynode 2013 verhandelt worden. So wurde eine Projektgruppe für familienfreundliche Arbeitsbedingungen in Kirche und Diakonie eingesetzt.

Stellungnahme im Wortlaut

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Kreissynode Steinfurt-Coesfeld-Borken

Lebens-und Familienberatung absichern

Die Kreissynode Steinfurt-Coesfeld-Borken hat sich auf ihrer Sommersynode 2013 mit der Hauptvorlage beschäftigt und eine Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, auf Basis der vorliegenden Stellungnahmen weitere Herausforderungen und besondere Unterstützungsbedarfe für Familien im Kirchenkreis zu benennen. Die Arbeitsgruppe legt zur Herbstsynode 2013 einen Zwischenbericht und zur Sommersynode 2014 einen Abschlussbericht vor.

Im Sommer 2013 betonte die Kreissynode, dass die kirchliche Arbeit mit Familien auf die Unterstützung durch Kommunen und Kreise, Land und Bund angewiesen sei. Sie legte einen besonderen Schwerpunkt auf das Kindeswohl und auf die Bedürfnisse von Kindern. Es brauche nicht nur ausreichend Betreuungsplätzen für Kinder aller Altersstufen, sondern auch gut aus- und fortgebildete Erzieher/innen, einen angemessenen Personalschlüssel, ausreichend Zeitressourcen zur gezielten Förderung der Kinder und für die familienunterstützende Elternarbeit.

Auch bittet die Kreissynode die Landeskirche sich für den Erhalt der Lebens- und Familienberatung "entschieden einzusetzen". Die professionelle Begleitung von Menschen in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sei als gefährdet anzusehen, sofern sie außerhalb des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) stattfindet. Die Unterstützung sei kaum abgesichert und könne als "freiwillige soziale Leistung" sofort gestrichen werden, so die Kreissynode.

Stellungnahme 2013 im Wortlaut

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Kreissynode Münster

Anregungen

In fünf Beschlüssen gibt die Kreissynode Münster Anregungen für die Weiterarbeit mit der Hauptvorlage. So geht es um Begegnungsmöglichkeiten für Christen und Muslime in den Kirchengemeinden, darum über Mutterschutz für Selbstständige zu beraten, die familiäre Vielfalt in der Liturgie zu berücksichtigen und einen Familienbegriff zu entwickeln der "theologisch fundiert" sei und gesellschaftlich weiterführend.

Beschlüsse im Wortlaut

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Kreissynode Unna

Sich weiter "auf dem Laufenden" halten!

Der Familienbegriff der Hauptvorlage verunsichere, führe zu kontroversen Diskussionen und werde mit Erleichterung aufgenommen. Das stellt die Kreissynode Unna in ihrer Stellungnahme fest. In acht Punkten werden die Ergebnisse des bisherigen Prozesses festgehalten. Sie sind als "erste Schritte auf dem Weg zu einer Öffnung des Familienbegriffs" zu verstehen. Es geht genauso darum, dass sich Kirchengemeinden mit Familienbildern der Bibel auseinandersetzen als auch sich "vor Ort regelmäßig über Bedürfnisse und Lebenslagen von Familien 'auf dem Laufenden' zu halten. Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei besondere Aufmerksamkeit zu schenken - sowohl im politischen Bereich als auch bei den Arbeitsbedingungen in Kirche und Diakonie.

Insgesamt ist die Kreissynode der Auffassung, dass das Thema der Hauptvorlage auf allen kirchlichen Ebenen weiter behandelt werden sollte.

  • Die Landessynode wird gebeten, weitere Kampagnen und Projekte für Familien in ihrer Vielfalt, wie z.B. die Tauffeste, die Kampagne gegen Kinderarmut und das Projekt "Mit Kindern neu anfangen" zu initiieren, zu bewerben und durchzuführen.
  • Die Synode bittet den theologischen Ausschuss und den Ausschuss für Gottesdienst und Kirchenmusik um Weiterarbeit an dem Thema Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren und Paaren ohne standesamtliche Trauung.

Stellungnahme im Wortlaut

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Beschluss KGM Niederdresselndorf (KK Siegen)

Keine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Niederdresselndorf (Kirchenkreis Siegen) hat sich gegen eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen.

Im Beschluss heißt es: "Alle Menschen unabhängig ihrer sexuellen Neigung heißen wir in unserer Gemeinde willkommen. Ihnen gilt unser Respekt. Trotzdem lehnen wir die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Rahmen einer kirchlichen Feier innerhalb unserer Parochie ab. Unsere kirchlichen Räume stehen auch für eine Segnung durch auswärtige Pastoren oder Prädikanten nicht zur Verfügung. Das Segnen geschieht nicht unter menschlicher Verfügung, sondern muss im Einklang stehen mit dem Willen Gottes. Solch eine Segnung steht im Widerspruch zu dem Zeugnis der gesamten Heiligen Schrift."

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Evangelische Matthäuskirchengemeinde Münster

Stärker biblisch fundieren!

Die Hauptvorlage greife das richtige Thema zur richtigen Zeit auf und enthalte dabei eine Reihe von hilfreichen Überlegungen, so das Presbyterium der Evangelischen Matthäuskirchengemeinde in Münster in seiner ausführlichen Stellungnahme. Die biblische Fundierung dieser Überlegungen sei aber zu dünn. "Daher fällt das Ja zu Gottes guter Ordnung zu leise und das Aber gegenüber biblischen Texten zu laut aus. Die Chance zu zeigen, dass Gottes gute Ordnungen in der heutigen Situation weiterhelfen, gerade auch da, wo sie manche 'heutige Auffassung' korrigieren, wird vertan. Die intendierte Öffnung der Gemeinden für Menschen, die nicht in einer klassischen Familie leben, halten wir für notwendig. Das aber über einen unausgereiften funktionalen Familienbegriff zu erreichen, halten wir für keinen verheißungsvollen Weg."

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Evangelische Kirchengemeinde Westerholt-Bertlich

Stabiles Netzwerk ermöglichen

"Wir freuen uns über den zu Beginn der Hauptvorlage gewählten veränderten und weit geöffneten Familienbegriff, denn wir haben in unserer kirchlichen Arbeit vor Ort die Erfahrung gemacht, dass die "Klassische Familie" nur noch ein Teil unserer Realität ist." So das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Westerholt-Bertlich (Kirchenkreis Recklinghausen).

Durch die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen könne es für die Gemeinden eine Chance sein in enger Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und generationenübergreifend Familien ein stabiles soziales Netzwerk zu ermöglichen, meint das Presbyterium und beschreibt Beispiele, wie das in ihrem Gemeindeleben Gestalt gewinnt.

"In der Praxis erfahren wir aber auch immer wieder schmerzlich, dass durch knapper werdende finanzielle Mittel (kirchlich und kommunal) der gemeindlichen Arbeit mit und für Familien Grenzen gesetzt sind. Wenn Kirche sich als familienfreundlich darstellen und profilieren will, müssen notwendige finanzielle Ressourcen dauerhaft zur Verfügung gestellt werden." Gibt das Presbyterium zu bedenken.

Die Stellungnahme im Wortlaut

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Evangelisches Familienbildungswerk Westfalen und Lippe e.V.

Beauftragungen für Familienfragen angeregt

Das Evangelische Familienbildungswerk Westfalen und Lippe e.V. (FBW) verbindet mit der Hauptvorlage die Erwartung, dass über die Dauer der aktuellen Konsultation hinaus die Beschäftigung mit Familienfragen ihre praktische Verankerung in den kirchlichen Strukturen findet und entsprechende Weichen gestellt werden.

Die Hauptvorlage zeige, dass Familien vor großen Herausforderungen stehen. Sie stelle gut heraus, dass Kirche bereits an vielen Stellen für Familien aktiv ist. Es gelte jedoch von den Familien her zu denken und bestehende kirchliche Einrichtungen und Gemeinden nachhaltig zu Netzwerken zu verknüpfen. Das FBW regt an, hierzu spezielle Beauftragungen für Familienfragen innerhalb der Landeskirche zu schaffen.

In der Arbeit des FBW werde deutlich, dass Familien verlässliche Rahmenbedingungen benötigten. Vor diesem Hintergrund sei die gesellschaftspolitische Anwaltschaft der Kirche für Familien unverzichtbar und ein entsprechendes innerkirchliches Handeln als Arbeitgeberin notwendig, auch um der eigenen Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit willen.

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Evangelischer Fachverband Erzieherische Hilfen RWL

Balance von öffentlicher und privater Verantwortung finden

Der Evangelische Fachverband für Erzieherische Hilfen RWL bezieht sich auf den 14. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, und spricht sich für eine neue Balance des Aufwachsens in öffentlicher und privater Verantwortung aus. Das bedeute, dass es zum konsequenten Ausbau von guten Kindertageseinrichtungen, Ganztagsschulen, Familienbildung und -Beratung sowie von Angeboten der Erziehungshilfe angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen keine Alternative gebe. Auch brauche eine präventive Kinder-, Jugend- und Familienhilfe gute und ausreichende frühe Förderung und besondere Unterstützung bei biographischen Übergängen

Die Jugendhilfepolitik in Kommunen, Land und Bund setze zu Recht auf den Ausbau Früher Hilfen für Familien (ab der Schwangerschaft), auf die Weiterentwicklung von Präventionskonzepten und die Förderung von Netzwerken zur besseren Entwicklungsunterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien, so der Fachverband.

Nicht zuletzt durch erhebliches ehrenamtliches Engagement erreichten die Frühen Hilfen der diakonischen Träger Familien frühzeitig und niederschwellig in den Nachbarschaften. Die Vernetzung der Jugendhilfeträger untereinander und mit den Kirchengemeinden ist dabei ein besonderes Qualitätsmerkmal evangelischer Jugendhilfe, das es weiter zu entwickeln gilt.

Der Evangelische Fachverband für Erzieherische Hilfen RWL setzt sich dafür ein, dass auch zukünftig Unterstützungsangebote und Lebensräume außerhalb von Familien zur Verfügung stehen, um allen Kindern und Jugendlichen Erziehung, Bildung und Förderung zu ermöglichen; besonders dann, wenn die primären Schutz- und Fördersysteme in der Familie temporär oder dauerhaft ausfallen. Bei allem Engagement müssten Kirche und Diakonie als Arbeitgeberin auch bei schwierigen Rahmenbedingungen eine Vorbildfunktion erfüllen, so der Fachverband.

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Kindertagesstätten in Lippe

Familien als Chance und Zukunft für Kirchengemeinden

Zwei der drei Leitungsrunden der 59 evangelischen Kindertageseinrichtungen in Lippe haben die Hauptvorlage thematisiert. Sie sei ein Anlass, sich dem Thema Familien als Chance und Zukunft von Kirchengemeinden wieder stärker zu widmen. Die Leitungskreise schlagen eine Multiplikatorenschulung vor, um Mitarbeitende zu befähigen, mit der Hauptvorlage in den Kirchengemeinden und Gruppen zu arbeiten. Sie regen an, einen Fragebogen für Familien zu entwerfen und dabei Betroffene zu Beteiligten zu machen. "Die Kita holt Kinder und Familien in die Gemeinden zu den Gottesdiensten, doch dann, nach der Kitazeit darf es keinen Abbruch geben. Hier sind die Gemeinden gefragt mit uns gemeinsam Ideen zu überlegen, wie die Familien weiter begleitet werden können." Stellen die Leitungskreise fest und fragen, wie die Lippische Landeskirche den Prozess zu mehr Familienfreundlichkeit unterstützt.

Die Diskussionsergebnisse und Anregungen im Worlaut.

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Geschäftsführender Ausschuss des Westfälischen Theologinnenkonvents

EKvW kann Vorreiterrolle einnehmen

Der Geschäftsführende Ausschuss des Westfälischen Theologinnenkonvents (GA-WTK) begrüßt, dass die Hauptvorlage einen Diskussionsprozess über ein zeitgemäßes und biblisch fundiertes Familienverständnis angeregt hat. Er plädiert für "eine neue Familienethik, die Familie als etwas Positives beschreibt und Kirche als Gemeinschaft von in familiären Bezügen Lebenden wahrnimmt." Der GA-WTK hätte sich ein klareres Votum für homosexuelle Lebensformen gewünscht. "Denn das Menschsein wird weder durch Geschlecht noch Status grundlegend definiert, sondern dadurch, dass Menschen auf Beziehung hin angelegt sind." Er gibt zu bedenken: "Segen ist nicht nur da, wo Kinder sind. Auch die nichtbiologische Weitergabe von Leben steht unter dem Segen Gottes." Hier würden Paare, die oft ungewollt kinderlos seien, unnötig diskriminiert. Außerdem käme die Darstellung der Kirche als Arbeitgeberin zu kurz. Bezüglich der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf könne die EKvW mit ihrem Angebot an Kindertagesstätten eine Vorreiterrolle einzunehmen und Modelle für flexible und ausgedehnte Betreuungsangebote für Kinder entwickeln. Der GA-WTK fordert die EKvW auf, diese Chance zu nutzen. Dabei ist auch zu erörtern, inwiefern kirchliche Mitarbeitende bei der Vergabe von Plätzen in Kindertageseinrichtungen besonders berücksichtigt werden können.

Die Stellungnahme im Wortlaut.

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Evangelische Kirchengemeinde Bottrop

Weiterarbeit notwendig

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Bottrop (Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten) begrüßt ausdrücklich die Weitung des Familienbegriffes, versucht in seiner Gemeindearbeit und mit den Angeboten in seinen Einrichtungen die Menschen in ihren jeweiligen unterschiedlichen Familienformen wahrzunehmen, zu begleiten und zu stärken. Es hält eine Weiterarbeit an der Hauptvorlage auf allen Ebenen unserer Landeskirche für notwendig. Es bittet die Kreissynode (Juni 2013) dementsprechend zu beschließen.

Beschluss im Wortlaut

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Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Silixen

Familienfreundlichkeit immer wieder neu überprüfen

Der Kirchenvorstand der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Silixen (Lippe) hält die Beschreibung der Situation von "Familien heute" für sehr gelungen und hat das Papier zusammen mit der Leiterin der Kindertagesstätte "Arche" im Frühjahr 2013 eingehend beraten. Der Kirchenvorstand verpflichtet sich, "die eigene Arbeit auf Familienfreundlichkeit immer wieder neu zu überprüfen und gerade Familien stärker in den Blick zu nehmen." Er wird "die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte bei der Arbeit im Familienzentrum nach Kräften unterstützen und zu einer gelungenen Rezertifizierung beitragen."

Im Sinne des Kapitels "Familien stärken in Kirche und Gesellschaft" der Hauptvorlage wird der Kirchenvorstand die Elternarbeit im Konfirmandenunterricht verbessern. Auch wird er sich verstärkt für die Verbesserung der Rahmenbedingungen der von Armut bedrohten Familien einsetzen. 

Wortlaut der Stellungnahme

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Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Mehr Vernetzung von Kirche und Diakonie

"Das ehrenamtliche Engagement von kirchlich gebundenen Menschen für Menschen in Armut stellt ein großes Potenzial dar, muss aber in Konzepte eingebunden sein, die hauptamtliche und ehrenamtliche Hilfe sinnvoll miteinander verkoppeln." Heißt es in den Anfragen und Perspektiven der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Kirchliche Sozialarbeit müsse mehr sein als Vorhaltung refinanzierter Leistungen. Aus diakonischer Sicht sei es wichtig, das Konzept "Familie als Verantwortungsgemeinschaft" weiterzuentwickeln. Dabei hat die Diakonie insbesondere die Themenbereiche, Familien in Armut, überschuldete Familien, Alleinerziehende, Verantwortung für Pflege und Gewalt in Familien vor Augen. Die Diakonie arbeitet in all ihren Arbeitsfeldern mit unterschiedlichsten Ausprägungen von "Familie". Ziel sei dabei immer, die Lebenslagen von armen und belasteten Familien zu verbessern, gezielte Unterstützung zu geben und Selbsthilfekräfte zu stärken. Aus Sicht der Diakonie, kann die Hauptvorlage Anlass sein, eine gezielte und strukturierte Vernetzung zur Arbeit mit Familien und für Familien aufzubauen und zu entwickeln.

Wortlaut der Stellungnahme

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Westfälische Studierendenpfarrkonferenz

Gesprächsräume eröffnen

"Die Rahmenbedingungen des Studiums der Gegenwart scheinen es Studierenden zunehmend schwierig bis unmöglich zu machen, sich während des Studiums für eigene Kinder zu entscheiden." Heißt es in der Stellungnahme der westfälischen Studierendenpfarrkonferenz. Familienthemen seien nicht länger auf die Fragen von Familien mit (kleinen) Kindern zu beschränken. Die Studierendenpfarrkonferenz weist darauf hin, dass Studierende nicht selten Aufgaben in der häuslichen Pflege hätten. "Ihnen zu begegnen, ihnen Gesprächsräume zu eröffnen, sie auf ihrer Suche zu begleiten und zu ermutigen, ihnen aber auch strukturelle Unterstützung anzubieten, gehört zu den Kernaufgaben kirchlicher Präsenz an den Hochschulen."

Bei dieser Arbeit stellen die Studierendenpfarrer und -pfarrerinnen fest, dass "oft gerade diejenigen, deren eigenes bisheriges Familien(er)leben wenig harmonisch verlaufen ist, in ihren Zielvorstellungen und Projektionen ihre Sehnsucht nach Heilung in der ‚heilen Familie‘ suchen."

Wortlaut der Stellungnahme

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Konferenz der Frauenreferentinnen und Gleichstellungsbeauftragten

Seelsorgerliche und gesellschaftliche Herausforderungen annehmen!

Sechs Schlussfolgerungen zieht die Konferenz der Frauenreferentinnen und Gleichstellungsbeauftragten in der EKvW aus dem Familienbegriff der Hauptvorlage. So müsse eine Sprache in Verkündigung und kirchlicher Praxis gefunden werden, die eine Gleichwertigkeit der Lebensformen zum Ausdruck bringe. Auch müssten Menschen ohne Kinder und die große Gruppe der Alleinlebenden stärker in den Blick genommen werden. "Zur Zusage des gesegneten und gerechtfertigten Lebens gehört auch die seelsorgerliche und gesellschaftspolitische Herausforderung, die wir als Kirche durch den Perfektions-, Machbarkeits- und Verzweckungswahn unserer Zeit haben. Es gilt deutlich unser christliches Menschenbild, das Menschen auch in ihrem "unperfekten" Leben unter dem Segen Gottes stehen, dagegen zu setzen." Heißt es in der Stellungnahme. Die Konferenz setzt sich für die finanzielle Absicherung der Beratungsarbeit und der Frauenhäuser ein. Insgesamt vermisst sie eine stärkere geschlechtsspezifische Analyse. "Diese ist unbedingt nötig, wenn es um Kinderarmut, Gewalt in Familien, Pflege in den Familien und pflegerische Dienstleistungen, Altersarmt, Familien- und Steuerpolitik, Rentenpolitik geht. Wir wünschen uns von der EKvW hier eine deutlichere Sprache und Positionierung."

Wortlaut der Stellungnahme

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Industrie- und Sozialpfarramt Recklinghausen

Faszinosum Familie beschreiben

"Für immer mehr Menschen ergeben sich aus der Institution der Ehe und der kirchlichen Trauung keinerlei plausiblen Hinweise, wie die konkrete Lebensführung und die Beziehungen zu gestalten sind:" Darauf macht das Industrie- und Sozialpfarramt (Recklinghausen) aufmerksam. In der Hauptvorlage fehle eine positiv besetzte Beschreibung dessen, "was das Faszinosum Familie ausmacht." Familienmitglieder lebten heute in Spannungsfeldern von hoher Widersprüchlichkeit, in Nähe und Distanz, Vertrautheit und Entfremdung, Liebe und Hass, gleichzeitiger Autonomie und Angewiesenheit. Diese Zerrissenheit gelte es, aus rechtfertigungstheologischer Perspektive zu deuten. "Wenn der Mensch zugleich als Sünder und im Glauben gerechtfertigter verstanden wird, lässt sich für eine entwickelte Streitkultur plädieren", heißt es in der Stellungnahme. "Es geht also um ein Lernen, sich innerhalb von Beziehungen produktiv streiten und versöhnen zu können, in dem Wissen, dass man sich weder selbst begründen, noch erlösen kann."

Außerdem verweist die Stellungnahme auf die Typologisierung von Familien, wie sie die "Agentur diffferent" vornimmt. Daraus könnten sich Impulse für eine systematische Zielgruppenansprache ergeben, weil auch schwer vereinbare Orientierungsmuster deutlich würden.

Wortlaut der Stellungnahme

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Paulus-Kirchengemeinde Bielefeld

Lebenslange Ehe soll Leitbild bleiben

Für die lebenslange Ehe und Familie aus Eltern und ihren Kindern als Leitbild spricht sich die Evangelische Paulus-Kirchengemeinde in Bielefeld in ihrer ausführlichen Stellungnahme aus. Zwar müsse die heutige Gesellschaft "tragfähige gemeinschaftliche Lebensformen" entwickeln, die Aufgaben erfüllen, die bisher von Familien getragen wurden. "Dafür müssen wir aber nicht den Begriff 'Familie' auf alle Lebensformen ausweiten, die ebenso Verantwortung und Verlässlichkeit leben, wie es sonst Familien können." So das Presbyterium. Es stellt kritische Anfragen an die theologischen Ausführungen in der Hauptvorlage, insbesondere zur Gottesebenbildlichkeit, zu den Haustafeln, zur Homosexualität und zum Scheidungsverbot.

Das Presbyterium kommt unter anderem zu dem Schluss: "Eine Scheidung bedeutet erhebliches Leid vor allem auch für betroffene Kinder. Schon deshalb müssen wir an dem Bild der lebenslangen Ehe festhalten, wie sie von Jesus vorgegeben ist."

Das Presbyterium der Kirchengemeinde Hunnebrock-Hüffen-Werfen (Bünde) hat sich dieser Stellungnahme angeschlossen.

Wortlaut der Stellungnahme Paulus-Kirchengemeinde

Wortlaut der Stellungnahme Hunnebrock-Hüffen-Werfen

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Männerarbeit und Frauenreferat

Familienfreundlichkeit erfordert Weiterentwicklung

"Ein Segensritual sollte in Zukunft für alle Familienformen in öffentlichen Räumen möglich sein!" heißt es in der gemeinsamen Stellungnahmen des Landesvorstandes der Männerarbeit und des landeskirchlichen Frauenausschusses sowie des Fachbereichs 4 "Männer, Familie, Ehrenamt" und des Fachbereichs 5 "Frauenreferat" im Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW. Gemeinsam regen sie eine Überarbeitung und Erweiterung der Trau- und Segensagende an.

Ein funktionaler Familienbegriff ermögliche, so die Stellungnahme, einerseits eine Weitung im Hinblick auf die Wahrnehmung von Familien, gleichwohl berge er Gefahren in sich. So könne eine "Verantwortungsweitergabe" - beispielsweise wenn Kinder in eine Pflegefamilie gegeben werden oder alte Menschen in Pflegeheime kommen - nicht als verantwortliches Handeln gewertet werden. "Daraus kann ein Druck entstehen, dem 'richtigen, verantwortungsvollen' Familienbild entsprechen zu müssen." Auch sei die "intergenerative Verantwortung, die in Tages-, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen vor allem für alte Menschen übernommen wird," stärker zu beachten.

Die Stellungnahme nimmt auch Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und stellt fest: "Das Management familiärer und beruflicher Erfordernisse verstehen wir nicht als Angelegenheit einzelner Familien. Familienfreundlichkeit im Erwerbsleben erfordert eine konsequente Weiterentwicklung in der Personal- und Betriebsorganisation." In diesem Zusammenhang sei die "Einführung von vereinheitlichten familienfreundlichen Standards in kirchlichen Arbeitszusammenhängen" ein wichtiger Schritt. Dazu gehöre ausdrücklich auch die Entwicklung familienfreundlicher Fort- und Weiterbildungsangebote.

Wortlaut der Stellungnahme 

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Frauenausschuss Kirchenkreise Hattingen-Witten und Schwelm

Befreiung vom Zwang zur perfekten Familie

"Der funktionale Familienbegriff enthält einen hohen Anspruch." Stellt der Frauenausschuss der Kirchenkreise Hattingen-Witten und Schwelm fest. "Dass Familien diesem Anspruch vom dauerhaften verantwortlichen Einstehen füreinander nicht immer aus eigenen Kräften gerecht werden können, sollte schon in die Definition einfließen und im gesamten Papier ein größeres Gewicht bekommen." Der wichtige Gedanke der Rechtfertigung als Befreiung vom Zwang zur perfekten Familie sollte stärker berücksichtigt werden. Außerdem hält der Frauenausschuss "die Begrenzung auf den generationenübergreifenden Aspekt für einengend." Denn verantwortliches Einstehen füreinander gebe es auch innerhalb einer Generation beispielsweise in Wohngemeinschaften, Pflegeheimen und in Freundeskreisen.

Der Ausschuss gibt sieben weitere Anregungen. So wünscht er sich "Impulse für die Umsetzung von Ritualen für auseinanderbrechende Familien und zur seelsorgerlichen Begleitung der davon betroffenen Familienmitglieder."

Wortlaut des Zwischenberichtes.

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Frauenausschuss Kirchenkreis Unna

Beratungsarbeit sichern!

"Familie ist auch da, wo Kontakte schwierig geworden sind, konfliktreich sind oder gar abgebrochen sind. Familie hat mehr Facetten als das Tun." Schreibt der Frauenausschuss des Kirchenkreises Unna. Er plädiert dafür, den eher funktionalen Familienbegriff der Hauptvorlage, der auf das Tun ausgerichtet sei, weiter zu diskutieren und mit kirchlichem Handeln zu reflektieren.

Die evangelische Kirche habe eine wichtige Begleitfunktion, wenn Beziehungen schwierig werden oder abbrechen. Deshalb hält es der Frauenausschuss für "dringend erforderlich, dass die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen zukunftsfähig gesichert und ausgebaut werden. Professionelle Begleitung in Krisensituationen muss zeitnah möglich sein."

Wortlaut der Stellungnahme

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Theologischer Ausschuss Kirchenkreis Siegen

Kein einheitliches Ehe- und Familienbild in der Bibel

In seiner elfseitigen Stellungnahme beschreibt der Kirchenkreis Siegen zunächst, wie in seinen Arbeitsfeldern Familien gestärkt werden. Dabei werden für die gemeindlichen und kirchlichen Angebote auch Defizite des Ist-Zustandes benannt: "Untere Einkommensschichten werden von den bisherigen Angeboten nicht erreicht, auch nicht Menschen aus komplizierten Familiensituationen. Die Jung-Eltern-Generation wird z.T. nicht erreicht. Das Engagement in der Kita an Kindern und jungen Eltern trägt wenig für den Gemeindeaufbau aus. Ebenso stellt sich die Frage, wie die Kirche als Arbeitgeberin familienfreundlich und damit vorbildhaft für andere Institutionen und Arbeitgeber sein kann." Deshalb sind Projekte in Planung, die diesen Defiziten Rechnung tragen. Es wird außerdem benannt, was in der gesellschaftlichen Beschreibung in der Hauptvorlage fehlt, beispielsweise der zunehmend feststellbare Stress bei Kindern.

In einem zweiten Teil setzt sich der theologische Ausschuss mit dem Schriftverständnis und theologischen Grundthemen auseinander. Nach dem biblischen Zeugnis selbst sei Gottes Wort nicht Buch geworden, sondern Mensch, betont der Ausschuss eingangs. Maßstab sei das Evangelium von Jesus Christus, die Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes zu den Menschen. "Wenn wir diesem Maßstab folgen, werden wir gerade in ethischen Fragen heute oft zu anderen Urteilen kommen, ja, kommen müssen, als sie die biblischen Texte im Wortlaut vertreten." Was das bedeuten kann führt er beispielsweise an den "Haustafeln" (Kol 3,18-4,1; Eph 5,21-6,9) aus. Diese Unterweisungen an den Hausherren für den Umgang mit den Angehörigen ihres Hauses seien fest verwurzelt im konservativen, patriarchalen Gesellschaftsbild der Antike. Dieses Gesellschaftsbild werde von den Verfassern nicht in Frage gestellt, es würden aber besondere Akzente gesetzt, so dass sie "für unser heutiges, auf Partnerschaft und Gleichberechtigung basierendes Gesellschaftsmodell anschlussfähig werden."

Insgesamt kommt der Theologische Ausschuss zu dem Schluss, "dass es kein einheitliches Ehe- und Familienbild der Bibel gibt, dass Ehe und Familie in der Bibel vielmehr als existierende, vorgegebene Größen, die es zu gestalten gilt, betrachtet werden. Für die christliche Gemeinde bedeutet dies, von der Botschaft der Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade und allein aus Glauben auszugehen: Diese wehrt einerseits einer Überhöhung der irdischen familiären Bezüge, indem festgestellt wird, dass deren Gelingen nicht das Heil bewirkt wie auch das Versagen in ihnen nicht das Heil verwirkt."

Wortlaut der Stellungnahme

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Theologischer Ausschuss der EKvW

Theologische Perspektiven erweitern

Der Ständige Theologische Ausschuss der EKvW konzentriert sich in seinem sechsseitigen Zwischenbericht zur Hauptvorlage auf das Kapitel "Familie in der Freiheit des Glaubens verantwortlich gestalten". Er nimmt Familie, Ehe und andere Lebensformen in theologisch-ethischer Perspektive in den Blick. Er tut dies, indem er den Begriff der "Institution" in den Mittelpunkt des Nachdenkens über "Familien heute" stellt.

Die Hauptvorlage kritisiere zu Recht, so der Ausschuss, die Begründung von Ehe und Familie durch eine Theologie der Schöpfungsordnungen. Der eher funktionale Familienbegriff der Hauptvorlage sei "aber aus theologischer Perspektive ebenfalls nicht ausreichend." Dem Ausschuss erscheint eine Begründung von Familie als "Institution" theologisch weiterführend. Deshalb bringt er dieses Argumentationsmuster in die landeskirchliche Diskussion ein. Er bezieht sich dabei auch auf den Sozialethiker Ernst Wolf, der in den 1960er Jahren die Institutionen als von Gott angebotenen Ort der Bewährung in Verantwortung verstand und sich dabei auch mit der Ehe und der Familie als Institution beschäftigte.

Der Ständige Theologische Ausschuss hält den Begriff der "Institution" für geeignet, eine theologische Klärung für kirchliches Handeln gerade im Hinblick auf Familien heute zu unterstützen. "Denn Institutionen helfen, menschlichem Leben Gestalt zu geben und sie entlasten von permanenten Klärungs- und Entscheidungsprozessen. Indem sie auf geordneten, dauerhaft erwartbaren Rechtsverhältnissen beruhen, bieten sie einen Schutzraum".

Der Ständige Theologische Ausschuss spricht von der Ehe als Leitbild. Gleichzeitig betont der Ausschuss, dass "andere Lebensformen wie die eingetragene Lebenspartnerschaft, sofern sie ebenfalls auf Verbindlichkeit, Vertrauen, Liebe und Fürsorge gründen, nicht abgewertet, sondern ethisch gewürdigt werden" können.

Institutionen sind nicht unveränderbar, weshalb der Ausschuss die "gestaltende Annahme" (E. Wolf) der Institution betont: Gerade angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher Verhältnisse sei es Aufgabe der Kirche, "ihre theologisch-ethische Perspektive auf 'Familien heute' zu überprüfen und ihre biblische und kirchliche Tradition mit der Gegenwart ins Gespräch zu bringen".

Eine abschließende Stellungnahme des Ausschusses, die den institutionellen Ansatz weiter konkretisiert, ist für die Landessynode 2014 vorgesehen.

Wortlaut des Zwischenberichtes

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Kreissynode Dortmund-Süd

Kirchlichen Akzent setzen!

Der Kirchenkreis Dortmund-Süd bittet die Landessynode, "die Arbeitsbedingungen und rechtlichen Regelungen für Mitarbeitende in der Kirche auf allen Ebenen im Blick auf den in der Hauptvorlage erweiterten Familienbegriff zu überdenken und ggfs. zu überarbeiten."

Die Kreissynode wünscht darüberhinaus "die Berücksichtigung von gleichgeschlechtlichen Paaren und Alleinstehenden in der weiteren Diskussion und Öffnung im Familienbegriff und im gottesdienstlichen Handeln." Die Ergänzung der traditionellen Definition von Familie durch den Aspekt der Funktion werde als Besonderheit hervorgehoben und mache damit deutlich, dass in der aktuellen Debatte hier ein kirchlicher Akzent gesetzt werden könne. "Die Hauptvorlage gibt wichtige Impulse, um sich aus gemeindlicher Sicht mit dem Thema "Familie" in ihrer Relevanz für Kirche und Gesellschaft auseinanderzusetzen." So die Kreissynode. Dabei ginge es auch darum, den Blick auf Familien mit heranwachsenden Jugendlichen zu richten, um Formen von Gemeindearbeit hinsichtlich der alt gewordenen Generation und die Umsetzungsmöglichkeiten von generationsübergreifender Pflegehilfe sowie um multireligiöse Familien. Diese Themen vermisst die Kreissynode in der Hauptvorlage.

Wortlaut der Stellungnahme

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Kreissynode Minden

Intensiver mit der Pluralität von Familienformen auseinandersetzen

Die Kreissynode Minden hat auf ihrer Sommersynode das Thema "Familien heute" als Schwerpunkt behandelt und in 15 Arbeitsgruppen zu Themen zu sechs Themen beraten. Dabei ging es theologische Grundsatzfragen, Familie in der Seelsorge, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ums Altwerden, Kindertagesstätten im Schnittfeld von Gemeinde und Sozialwesen sowie um Singles in der Gemeinde. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden vom Theologischen Ausschuss ausgewertet.

Die Kreissynode Minden befürwortet die Hauptvorlage „Familien heute“ als wegweisend und hilfreich für die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Wirklichkeit heutiger Familien. Sie "begrüßt die vielzähligen praktischen Impulse und fordert die Kirchengemeinden auf, je nach gemeindlicher Wirklichkeit diese Impulse in der eigenen Arbeit aufzugreifen und zu ergänzen. Die Kreissynode "bittet die Landessynode, sich theologisch intensiver mit der Pluralität von Partnerschafts- und Familienformen auseinanderzusetzen." Sie begrüßt die unvoreingenommene Annahme gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und wendet sich mit theologischen Gründen gegen jede Verurteilung von verantwortlich gelebter Homosexualität. Damit soll die Wertschätzung und die besondere Bedeutung der „klassischen“ Ehe und Familie keinesfalls geschmälert werden."

Der Synode bezieht sich in ihren Beschlüssen auf Vorüberlegungen aus dem Theologischen Ausschuss Minden.

Wortlaut der Vorüberlegungen Theologischer Ausschuss Minden

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Beratungsarbeit der EKVW

Psychosoziale Netzwerke stärken und absichern

Wie die Beratungsarbeit durch die gesellschaftlichen Veränderungen herausgefordert ist, analysiert die gemeinsame Stellungnahme der Ev. Beratungsstellen für Ehe, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung und der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. So haben die "Nachfragen der mittleren Generation, die unter verstärktem Druck durch berufliche Belastung, Kindererziehung, Versorgung kranker oder sterbender Eltern steht" deutlich zugenommen. Auch Frauen und Männer über 60 suchten vermehrt Beratungsstellen auf. Zugleich bestehe "die Notwendigkeit, sich neuen Anforderungen zu öffnen und Angebote wie Online-Beratung, Beratung für Menschen mit Migrationshintergrund, offene Sprechstunden in Schulen, Unterstützung im Rahmen von Pränataldiagnostik, Präventivprojekte für Jugendliche gegen Mobbing und Gewalt oder Beratung und Supervision für Fachkräfte und Ehrenamtliche zu entwickeln. Hier streben wir eine noch stärkere Kooperation mit den Gemeinden und den gemeinsamen funktionalen Diensten der Kirche, aber auch mit Partnern auf kommunaler, Kreis- und Landesebene an." Heißt es in der Stellungnahme.

Als gefährdet anzusehen sei die professionelle Begleitung von Menschen in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, sofern sie außerhalb des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) stattfindet. Die Unterstützung könne als "freiwillige soziale Leistung" sofort gestrichen werden. Paare ohne minderjährige Kinder, Einzelne über 27 Jahre, alte Menschen in Lebenskrisen hätten damit keinen ge­sicherten Beratungsanspruch mehr. "Wir möchten deshalb die leitenden Verantwortlichen unserer Kirche in der Kirchenleitung, in den Kirchenkreisen und in den Synoden darin bestärken, weiterhin mutig und beherzt für eine Absicherung und Verbesserung dieser Angebote einzutreten."

Wortlaut der Stellungnahme

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Trägerverbund KiTas in Steinfurt-Coesfeld-Borken

Kindeswohl in den Vordergrund stellen

Der Leitungsausschuss des Trägerverbundes der Kindertageseinrichtungen im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken (Tv-KiTa ) hat sich mit den Themen der Familienpolitik, wie sie in der Hauptvorlage (Seite 68ff) beschrieben werden beschäftigt. Zum Thema Öffnungszeiten in Kindertageseinrichtungen gibt er zu bedenken, "dass gerade die Evangelische Kirche in ihren Kindertageseinrichtungen den Aspekten Bildung und Erziehung einen hohen Stellenwert beimisst, weshalb auch nicht jede Flexibilisierung der Betreuungszeiten ermöglicht werden kann, sondern z.B. Kernzeiten für Bildungsangebote in den Konzeptionen verankert bleiben müssen."

Es sei wichtig, Familien darin zu unterstützen, Lebens- und Arbeitsbedingungen zu finden, die es möglich machen, Kinder in einem ihrer Entwicklung zuträglichen Tagesrhythmus aufwachsen zu lassen. "Der Tv-KiTa ist sich dabei der Tatsache bewusst, dass es Situationen gibt, in denen dieses Ziel augenblicklich für Eltern nicht erreichbar ist und unterstützt deshalb z.B. die Angebote von Tagesmüttern speziell für Randzeiten und familiäre Notlagen."

Die Bedarfe und Bedürfnisse von Kindern, insbesondere bei der Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kommen aus Sicht des Tv-KiTa in der Hauptvorlage nicht ausreichend zur Geltung. Hier wird "eine klare Positionierung, die ohne ideologische Verbrämung das Kindeswohl in den Vordergrund stellt", gewünscht.

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelische Kirchengemeinde Schüren

Neues Familienverständnis auf gottesdienstliche Praxis anwenden!

Der von der Hauptvorlage vorgeschlagene funktionale Familienbegriff, so das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Schueren (KK Dortmund-Süd), "eröffnet neue Perspektiven für die Diskussion in Kirche und Gesellschaft". Es kritisiert, dass die Hauptvorlage die rechtliche und soziologische Begründung von Beziehungen theologisch grundsätzlich in Frage stelle. Nach Auffassung des Presbyteriums müsse nun aufgrund des funktionalen Familienbegriffes die kirchliche Kasualpraxis überdacht werden. Das Presbyterium regt an, gottesdienstliche Formen zu entwickeln, "in denen Menschen, die dauerhaft füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen wollen, auch wenn sie nicht in einer standesamtlich geschlossenen Ehe leben, der göttliche Segen zugesprochen wird. Die Frage der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren sollte vor dem Hintergrund des in der Hauptvorlage entfalteten Familienverständnisses noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt werden."

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Sylbach

Klassische Familie als lebensbejahende Grundnorm fördern

"Gern greifen wir als Gemeinde den Impuls auf, Familien in besonderer Weise zu begleiten und ihnen konkrete Hilfe anzubieten." So der Kirchenvorstand der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Sylbach (Lippische Landeskirche) in seiner Stellungnahme. Er hält es für wichtig, "die Vielfalt der Lebensformen unserer Gesellschaft wahrzunehmen, ohne dabei jede Verantwortungsgemeinschaft, die längerfristig angelegt ist, als "Familie" zu bezeichnen. Zu beachten sei, dass es Singles und Alleinerziehende gebe, die sich ihre Lebensform nicht ausgesucht hätten. Deshalb sei es hilfreich, "als Gemeinde vom Gedanken der 'Familie Gottes' her für alle Lebensformen eine geistliche Heimat bieten zu können."

Der Kirchenvorstand beschreibt verschiedene Projekte und Erfahrungen auf seinem Weg, eine familienfreundliche Gemeinde zu sein. Sein Ziel: "Wir möchten als Kirche und Gemeinde die klassische Familie als positive und lebensbejahende Grundnorm fördern, und wir möchten uns für Strukturen einsetzen, diese zu erhalten."

Wortlaut der Stellungnahme

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Kirchengemeinden Almena, Hohenhausen und Langenholzhausen

Mehr biblische Begründungen

Die Kirchenvorstände der drei Kirchengemeinden Almena, Hohenhausen und Langenholzhausen (Lippische Landeskirche) haben Anfang Juni zur Hauptvorlage Stellung genommen. Dabei haben sie sich die Stellungnahme der Evangelischen Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach (Kirchenkreis Siegen) zu eigen gemacht.

Die drei Kirchenvorstände halten verschiedene Aspekte der Hauptvorlage für "hilfreich und weiterführend". So sei der Hinweis seelsorgerlich von Bedeutung, "dass in der Bibel in realistischer Weise auch von Belastungen und Problemen in Familien berichtet wird (S.29)." Insgesamt hinterfragen die drei Kirchenvorstände das Bibelverständnis, dass der Hauptvorlage zu Grunde liegt. So würden die "'Haustafeln' (Kol 3, 18-4,1; Eph 5,22-6,9) als 'Anpassung an die geltende Ethik' abgewertet (S.32). Die Vorlage wird damit nicht den Grundsatzaussagen der Präambel der Verfassung der Lippischen Landeskirche gerecht, nach denen unsere Landeskirche 'gegründet (ist) in der Botschaft der Heiligen Schrift, wie sie im Alten und Neuen Testament bewahrt' und in den altkirchlichen und reformatorischen Bekenntnissen sowie in der Barmer Erklärung bezeugt ist."

Für die Kirchenvorstände ergibt sich, dass die Hauptvorlage "Familien heute" zwar einige hilfreiche Anregungen enthält, insgesamt aber nicht zu einer Klärung von offenen Fragen im biblischen Sinne beiträgt.

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelischer Pfarrverein in Westfalen

Verstärkt über das Verhältnis von Ehe und Familie nachdenken!

Der Vorstand des Pfarrvereins hat sich in sechs Punkten zur Hauptvorlage geäußert. Dabei begrüßt er ausdrücklich den erweiterten Familienbegriff, denn " Angesichts sich verändernder Familienformen führt ein zu eng gefasster Familienbegriff dazu, dass wir einen Großteil der Gesellschaft nicht erreichen." Allerdings erwecke die Darstellung der Hauptvorlage den Eindruck, "als sei Familie nur dort vollständig, wo sie mit Kindern gelebt wird." Hier werde die Chance vertan, den Begriff der Familie weiter als über Nachkommenschaft gefasst zu definieren." Der Pfarrverein wünscht sich eine weitere innerkirchliche Debatte über die Verhältnisbestimmung von Ehe und Familie. Er vermisst "die Auseinandersetzung mit dem Familienleben im Pfarrhaus in seinen verschiedenen Ausprägungen. Die enge Verbindung von Privatleben und Amt betrifft nicht nur die Pfarrerinnen und Pfarrer, sondern auch deren Partnerinnen, Partner und Kinder."

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh

Noch konzentrierter für eine familienfreundliche Kirchengemeinde arbeiten

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh (Kirchenkreis Gütersloh) hat sich auf einer Klausurtagung mit der Hauptvorlage beschäftigt und für die eigene Arbeit konkretisiert. Es hält den erweiterten Familienbegriff der Hauptvorlage für "ausgesprochen gut gelungen und für biblisch sehr gut begründbar", sieht aber einen Widerspruch darin, wenn Familie immer als "generationsübergreifend" definiert wird. Auch ein gleichaltriges Paar ohne Kinder, das füreinander dauerhaft sorgt, werde in der Hauptvorlage zu Recht als Familie bezeichnet.

Das Presbyterium stellt u.a. fest: "In der Auseinandersetzung mit der HV wird uns deutlich, wie wir als Kirchengemeinde und als Landeskirche gesellschaftlichen Entwicklungen hinterherlaufen, anstatt sie aktiv mitzugestalten. Wir fühlen uns durch die HV ermutigt, frühzeitig und öffentlich für die Bedürfnisse der Familien im Sinne der HV Stellung zu beziehen. Besonders beschäftigt uns die dramatisch zunehmende Armut bei Kindern und alten Menschen und die Qualität in Kitas und Pflege."

Wortlaut der Stellungnahme

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Meinungsbild Evangelische Kirchengemeinde Voerde

Singles im Auge behalten

Ein Meinungsbild zur Hauptvorlage hat die Evangelische Kirchengemeinde Voerde (Kirchenkreis Schwelm) erstellt. In acht Punkten hält das Presbyterium unterschiedliche Positionen zu Ehe und Familie fest. Es betont, mit "Bewertungen über unterschiedliche Lebensformen sollte man sich zurückhalten. Nicht jede Lebensform sucht man sich selbst aus. Zu Brüchen mit den klassischen Familienbildern kommt es ja auch deshalb, weil gerade in Familien viel Leid erfahren werden kann. Zudem gilt es kirchlicherseits, den ständig wachsenden Anteil von Singles in unserer Gesellschaft im Auge zu behalten."

Wortlaut des Meinungsbildes

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Westfälischer Verband für Kindergottesdienst

Großeltern einbeziehen

Der Westfälische Verband für Kindergottesdienst hat in sieben Punkten Impulse der Hauptvorlage aufgenommen und für die eigene Arbeit konkretisiert und weitergeführt.

Es sei nicht "der Beliebigkeit unterstellt, ob in der Gemeinde ein Kindergottesdienst angeboten wird oder nicht. Auch in kleiner Runde kann und sollte man Gottesdienst feiern dürfen. Wichtig sind und bleiben dabei die ortsnahen Bezüge." Heißt es in der Stellungnahme unter dem Aspekt der "Verlässlichkeit". Der Verband regt an, die Großeltern als neue bedeutsame Zielgruppe zu entdecken. "Denn christliche Erziehung findet in immer mehr Familien weniger durch die Eltern, sondern vielmehr durch die Großeltern statt. Religiöse Sozialisation geschieht oft durch die Großmütter. Unter den Erwachsenen, die mit ihren Kindern Gottesdienste und andere Gemeindeveranstaltungen besuchen, sind immer mehr Großeltern zu finden. Daher richtet sich religionspädagogisches Handeln und das Feiern von Gottesdiensten mit Kindern an alle Generationen und bezieht Eltern und Großeltern mit ein."

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelische Noah-Kirchengemeinde

Chancengerechtigkeit stärken

Die Evangelische Noah-Kirchengemeinde (Kirchenkreis Dortmund-West) nimmt in ihrer Stellungnahme vom Mai dieses Jahres insbesondere familienfreundliche Arbeitsbedingungen in den Blick. "Als Beispiele seien hier Telearbeit, Teilzeit-Arbeitsplätze, Eltern-Kinderzimmer (plötzliche Erkrankung eines Kindes) und Vertrauensarbeitszeit genannt". Denn wo Arbeit und Einkommen fehlten, seien familiäre Strukturen besonders brüchig. Ein gesichertes Einkommen sei auch die Voraussetzung für "Chancengerechtigkeit" und für "Bildungsgleichheit" und damit auch entscheidend für die Zukunftsaussichten der Kinder. "Unsere Frage ist, wie die Evangelische Kirche langfristig auf diese Entwicklung reagieren kann? Wie können Kirchengemeinden Angebote schaffen, die gezielt sozial benachteiligte Familien ansprechen?" heißt es abschließend.

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelische Kirchengemeinde Holsterhausen an der Lippe

Familienbegriff zu unscharf

Die Familie habe zwar im Laufe der Geschichte unterschiedliche soziale und institutionelle Ausgestaltung gefunden, ihr Kern aber sei immer derselbe, so das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Holsterhausen an der Lippe (KK Gladbeck-Bottrop-Dorsten) in seiner Stellungnahme. Der Kern sei "Die Partnerschaft von Mann und Frau, die sich von ihrer Ursprungsfamilie lösen, um in der für eigene Kinder sich öffnenden Ehe eine eigene Familie zu gründen." Der Familienbegriff der Hauptvorlage sei zu "unscharf", kritisiert das Presbyterium, denn die "Die Vielfalt der Lebensformen und die Menschen, die in ihnen leben, können wahrgenommen und respektiert werden, ohne dass man sie alle pauschal zu "Familie" erklären muss."

Wortlaut der Stellungnahme

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Evangelische Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach

Hilfreiche Anregungen, aber fehlende biblische Orientierung

Die Evangelische Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach (Kirchenkreis Siegen) würdigt in ihrer Stellungnahme zur Hauptvorlage "Familien heute" viele Aspekte als "hilfreich und weiterführend". So trage die Erwähnung der Relativierung der "biologischen" Familie durch die Nachfolge dazu bei, die Familie nicht zu überschätzen und mache deutlich, dass die Gemeinde als geistliche Gemeinschaft ein Ort sei, wo auch Menschen ein Zuhause haben können, die nicht in einer Familie leben oder unter familiären Schwierigkeiten zu leiden haben.

Deutlich kritisiert wird das Bibelverständnis, das der Hauptvorlage zu Grunde liege. Dass sich die Vorlage nicht eindeutig an der Heiligen Schrift orientiere, führe dazu, dass sie keine Orientierung geben könne, sondern lediglich verschiedene Argumente und Verständnisweisen nebeneinander stellt. "Außerdem fördert sie den Pluralismus in der Kirche anstatt zu einer gemeinsamen Sicht einzuladen."

Stellungnahme Evangelische Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach im Wortlaut

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Berufsverband Gemeindepädagogik

Netzwerke schaffen und Angebote ausbauen

Der Berufsverband Gemeindepädagogik Westfalen-Lippe e.V. (BVG) hat eine ausführliche Stellungnahme zur Hauptvorlage "Familien heute" erstellt. Den Entwurf dazu hat er zuvor auf seiner Internetseite diskutiert. Er bringt zahlreiche Impulse in den Beratungsprozess ein, die vom Netzwerk-Gedanken geprägt sind. Die Impulse sind unter den Überschriften "Kirche im Verborgenen", "Gemeindepädagogik ist Gospel in Action", "Vielfalt und Dienstgemeinschaft" und "Impulse für mehr Familie in Kirche" gebündelt. So regt der BVG an, in den bereits vorhandenen Angeboten wie Kita und Schulbetreuung ein über das Kernangebot hinausgehendes flexibles Beaufsichtigungsangebot im Rahmen einer Früh-, Spät- und Wochenendschicht anzubieten. 

Hier geht es zu der Stellungnahme.

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Jugendkammer der EKvW

"Mit Kindern neu anfangen – mit Jugendlichen weitermachen"

Die Jugendkammer der Evangelischen Kirche von Westfalen hat Anfang Februar 2013 eine Beschlussvorlage zur Hauptvorlage erarbeitet. Diese stellt sie bis Anfang Juni zur Diskussion.

Die Evangelische Jugend von Westfalen begrüßt in der Beschlussvorlage, dass die Hauptvorlage "Familien heute" die Vielfalt der Formen des familiären Lebens respektvollen wahrnimmt. Sie ruft alle Einrichtungen und Mitarbeitenden auf, in diesem Hauptvorlageprozess für die Interessen der Kinder und Jugendlichen einzutreten. Sie kritisiert: "Jugend taucht als eigenständiges Thema nicht auf."

Hier geht es zur Beschlussvorlage und zum Beschluss.

Herzlichen Glückwunsch!

Ein anregendes und vielfältiges Arbeitsbuch, das noch zu ergänzen ist

Dr. Holm Roch ist ehemaliger landeskirchlicher Pfarrer für Familienbildung und war an der vorigen Hauptvorlage zum Thema "Familie" (1989) wie auch an dem daraus hervorgegangenen "Konzept der Familienarbeit in der EKvW" (1992) beteiligt. Er schreibt:

Ich war gespannt, wie das Thema jetzt wieder aufgegriffen wird. Das Ergebnis hat mich positiv überrascht. Sie haben ein anregendes, vielfältiges Arbeitsbuch zustande gebracht, das in fast allen Punkten den gegenwärtigen Stand der Diskussion widerspiegelt. Herzlichen Glückwunsch!

Auf einige meines Erachtens weniger gelungenen Punkte möchte ich aber noch hinweisen:

  • Es ist schade, dass über die intensive professionelle Beratungsarbeit unserer Kirche kaum etwas zu lesen ist. Da hätte ich mir zumindest statistisches Material über diese Arbeit und die dort auftauchenden Problemlagen gewünscht.
  • Die zunehmende ungewollte Kinderlosigkeit samt der zugehörigen Adoptionsproblematik kommt (obwohl sie ein biblisches Thema ist) nur am Rande vor.
  • Sehr schade finde ich, dass die katholische Kirche (und auch andere Religionsgemeinschaften) komplett ausgeklammert werden. Es scheint immer noch die Meinung zu herrschen, dass die (evangelische) Kirche die Lebensbegleitung "von der Wiege bis zur Bahre" leistet. Dabei switchen aber immer mehr Menschen zwischen religiösen und weltanschaulichen Bindungen hin und her. Überspitzt gesagt: Wer evangelisch getauft wurde, wächst vielleicht als Folge einer Scheidung und Neuverheiratung in einem katholischen Umfeld auf, findet einen konfessionslosen Partner, neigt für eine Weile der Anthroposophie, dem Buddhismus oder einer anderen Weltanschauung zu, zieht berufsbedingt in eine andere Stadt, bekommt dort Kontakt zur freikirchlichen Gemeinde und beendet sein Leben im katholischen Seniorenheim St. Gertrudis. In der Hauptvorlage ist von solchen Wanderungsbewegungen und Durchmischungen nichts zu lesen.
  • Auch scheint es für diese Hauptvorlage keine konfessionsverbindenden Ehen und keine Zusammenarbeit mit katholischen Gemeinden zu geben. Da bleibt der Text weit hinter dem ökumenischen Alltag zurück.
  • Schließlich scheint mir auch die grafische Gestaltung nicht sonderlich gelungen. Man hat zwar nicht die bunte, glückliche Familienwelt der Werbung zu übernommen, fällt nun aber in das Gegenteil: Triste schmutzige Farben dominieren und manche Komposition wirkt recht gekünstelt und zufällig, vor allem die Kombination von (Bibel)-Wort und Bild.

Nun bin ich gespannt, wie sich die von Ihnen angeregte Debatte weiterentwickelt. Für die künftige Arbeit am Thema "Familie" wünsche ich Ihnen Gottes Segen und gutes Gelingen.

 

 

Insgesamt durchaus positiver Eindruck

Theologie soll Herzstück sein!

Professor Dr. Christian Grethlein ist Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen und lehrt Praktische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Münster. Er schreibt:

  • Der erste der Wahrnehmung gewidmete Teil der Hauptvorlage ist ausgezeichnet gelungen.

Er nimmt die wichtigsten Einsichten familiensoziologischer Forschung differenziert und in verständlicher Sprache auf. Besonders positiv hervorzuheben ist der Familienbegriff auf S. 11: "Familie ist da, wo Menschen dauerhaft und generationenübergreifend persönlich füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen." Er ist sowohl an die gegenwärtigen Verhältnisse anschlussfähig als auch normativ plausibel (ohne dass dies jedoch eigens reflektiert wird).

  • Demgegenüber fällt der zweite Teil "Familie in der Freiheit des Glaubens verantwortlich gestalten" vor allem hinsichtlich der formalen und inhaltlichen Kohärenz deutlich ab.

Zwar setzen die biblischen Hinweise zu Recht mit der - für das Alte Testament explizit formulierten - Feststellung ein, dass sich das Wort "Familie" in der Bibel nicht findet (29). Doch wird der moderne Begriff "Familie" im Folgenden doch wieder ganz selbstverständlich an die antiken Texte herangetragen. Hier kann die Begrifflichkeit von Michael Domsgen weiterhelfen, der von "familialem Zusammenleben" bzw. "Miteinander" spricht (etwa M. Domsgen, Familie und Religion, Leipzig 2004, 269). Denn diese Formulierung, die Vater-, Mutter-, Kindschaft u.a. umfasst, impliziert sich durchhaltende Sozialformationen, die im Lauf der Zeit ganz unterschiedlich institutionell gefasst werden. Zugleich könnte so die - leider in der Hauptvorlage fehlende - Pointe der Domsgen'schen Argumentation angemessen aufgenommen werden, dass in der Bibel "Familiale Rollenbeziehungen als Beschreibungsmuster für die Gottesbeziehung" (a.a.O. 266) dienen.

In den Überlegungen zum Neuen Testament sollte auf jeden Fall die Anrede Gottes mit Vater in Jesu Mustergebet für seine Jünger erwähnt werden. Auch das auf familiale Beziehungen bezogene Gleichnis vom liebenden Vater (bzw. traditionell: Verlorenen Sohn; Lk 15, 11-32) könnte zu theologisch relevanten Differenzierungen beitragen, insofern hier die familiale Sphäre in all ihren Spannungen den selbstverständlichen Hintergrund für Jesu Lehren abgibt.

Sowohl theologisch problematisch als auch für theologiegeschichtlich nicht Vorgebildete unverständlich sind die anschließenden "Systematisch-theologischen Überlegungen". Hier tauchen Begriffe auf, die bisher noch nicht eingeführt wurden und die auch in kein Verhältnis zu dem so kenntnisreich im ersten Teil Entfalteten gesetzt werden: "Verantwortung, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit" (33). Biblische Texte werden in diesem Teil eher als dicta probantia (Beweissprüche, Anm. der Red.)herangezogen als dass sie die gegenwärtige Situation perspektivisch erhellen. Aussagen wie: "Das Neue Testament weitet den soziologischen Familienbegriff darüber hinaus im Sinne der Glaubensgemeinschaft" (33) sind weder sachlich korrekt - "das Neue Testament" kennt keinen Familienbegriff, und schon gar keinen soziologischen - noch weiterführend, insofern jetzt hermeneutisch unreflektiert, aber offenkundig normativ der Begriff der "Glaubensgemeinschaft" eingeführt wird.

 Auch das Konzept der Gottesebenbildlichkeit wird ohne jede exegetisch-hermeneutische Klärung aufgegriffen und kurzschlüssig ethisch funktionalisiert. Was "inhaltliche Funktionen" (35) genau sind, erschließt sich jedenfalls aus dem vorliegenden Text nicht. Der prominent verwendete Begriff "Weitergabe der Glaubenserfahrung und Glaubenstradition" (36) übergeht souverän die diesbezügliche religionspädagogische Diskussion der letzten fünfzig Jahre und verfehlt so grundlegend die gegenwärtigen kommunikativen Bedingungen im Bereich der Daseins- und Wertorientierung. Der dagegen pädagogisch und lebensweltlich weiterführende Hinweis auf die Bedeutung von Festtagen (s. 36) für die familiäre Kommunikation wird leider nicht aufgenommen.

Nach dem sehr instruktiven Einschub aus der Praxis (38) fällt der Text wieder in schwierige Sprachmuster und Vorstellungen zurück. So ist auf einmal ohne jede Einführung von "Gottes Stiftung und Mandat ..." (39) die Rede und werden "Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung" als "Ausdruck lebendigen Glaubens" (39) beschrieben, obwohl an anderer Stelle die Rechtfertigungsbotschaft und die damit verbundene Relativierung menschlicher Leistungen stark gemacht werden. Auch bleibt unklar, was mit "Inhalten" (40) konkret gemeint ist.

Interessanterweise wechselt das Sprachspiel, wenn der Bezug zur gegenwärtigen Praxis in den Blick kommt. Aus "Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung" wird jetzt "Liebe, Treue und dauerhafte persönliche Verantwortung" (42). Zumindest die beiden ersten Begriffe (Liebe, Treue) finden sich - im Gegensatz zur erstgenannten Triade - nicht nur in der Bibel, sondern schließen unmittelbar an heutigen allgemeinen Sprachgebrauch an.

Außerordentlich gelungen erscheint mir die Beispielgeschichte auf S. 43 - sie könnte ein guter Ausgangspunkt für eine systematisch-theologische Reflexion des Familienthemas sein, die an einem Bezug auf gegenwärtige Praxis interessiert ist und sich den notwendigen hermeneutischen Anforderungen theologischer Reflexion stellt.  

  • Sehr anregend sind schließlich die Überlegungen im dritten Teil. Hier präsentiert sich Evangelische Kirche - weithin - als lebensnaher Ort, an dem Menschen einander beistehen und so das Evangelium kommunizieren. Vielleicht könnten in diesem Teil noch einige Präzisierungen vorgenommen werden:

Das Konzept der Zivilgesellschaft taucht dreimal an wichtigen Orten auf (45, 59, 64). Seine kirchentheoretische Bedeutung sollte wenigstens kurz entfaltet werden.

Die für Domsgen wichtige Differenzierung zwischen "religiöser" und "explizit religiöser Erziehung" (53) wird in ihrem kirchentheoretischen Gewicht nicht aufgenommen (sondern durch offenkundige Gleichsetzung verschliffen). Sie weist aber auf den ekklesialen Charakter von Familie (im Sinn der Definition auf S. 11) hin und ist von daher von großem Gewicht.

Dieser Gesichtspunkt, der etwa gut durch Luther-Zitate in seiner reformatorisch-theologischen Dignität erweisbar wäre - Vater und Mutter gelten dem Reformator als "der kinder Apostel, Bischoff, Pfarrer, ynn dem sie das Euangelion yhn kundt machen" (WA 10 II,301) -, sollte auf jeden Fall systematisch ausgearbeitet werden. Denn die ganze Hauptvorlage ist von einer kirchentheoretischen Unsicherheit durchzogen: Auf der einen Seite scheint die "Gemeinde" etwas deutlich von den Familien Unterschiedenes, auf der anderen Seite wird aber - etwa unter Rückgriff auf die Kategorie des "kirchlichen Ortes" (58) - die Bedeutung von Familien für die Kommunikation des Evangeliums aufgezeigt. Ein entschiedener Ausgangspunkt bei der Familie als einer Sozialform, in der das Evangelium kommuniziert wird, würde hier klarere Verhältnisse schaffen und auch wichtige Einsichten, wie die zur "Familienfreundlichen Kirche" (59), theologisch begründen helfen.          

  • So hinterlässt die Hauptvorlage insgesamt einen durchaus positiven Eindruck. Die beiden verantwortlichen Kirchen präsentieren sich als Institutionen, die an einer genauen Wahrnehmung gegenwärtiger Entwicklungen interessiert und bereit sind, Menschen bei der Bewältigung ihres Lebens an einer ganz wichtigen Stelle zu unterstützen.

Lediglich der zweite Teil "Familie in der Freiheit des Glaubens verantwortlich gestalten" fällt inhaltlich deutlich ab. Da es sich hier aber um das theologische Herzstück der Hauptvorlage handelt, sollte dieser Teil noch einmal grundlegend überarbeitet, wahrscheinlich neu konzipiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass ein Anschluss an die familiensoziologischen (1. Teil) und kirchenpraktischen (3. Teil) Ausführungen erreicht wird. Denn Theologie ist im reformatorischen Verständnis keine selbstreferentielle "doctrina sacra" (keine ausschließlich auf sich selbst bezogene Glaubenslehre, Anm. der Red.), sondern eine reflexive Form der Kommunikation des Evangeliums, und damit auf Verständigung angelegt.

Familienbegriff

Treffende Begriffe fehlen

Zum Thema "Familienbegriff" schreibt Hagen Müller aus Siegen:

Die traditionellen Lebensformen - Familie aus Eltern und Kindern, Ehepaar aus Frau und Mann - erfahren durch andere Lebensformen - gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, Wohngemeinschaften - eine Erweiterung. Für diese Erweiterungen fehlen offensichtlich noch treffende Begriffe. Teilweise werden diese Erweiterungen konkurrierend mit den tradierten Formen begriffen. Zur Unterbindung der Konkurrenz zwischen den Lebensformen dehnt man daher lieber die Begriffe - und macht sie damit aber weniger griffig. Dies führt zur Verwirrung: Letztlich weiß man nicht mehr, was dann jemand meint, wenn er von Familie - um ein Beispiel zu nennen - spricht.

Ich denke, dass eine differenzierte Sprache die Kommunikation unterstützt. Daher würde ich beführworten, wenn nicht immer mehr Lebensformen unter dem Begriff "Familie" subsummiert werden, sondern neue Lebensformen einen passenden und aussagekräftigen Namen bekommen. Ich betrachte es als sinnvoll, die genetische Nähe zwischen Personen plus rechtlicher Rahmen weiterhin als Merkmal einer Familie zu belassen. Es hilft zur Identifikation und dient der Idenditätsfindung. Andere Lebensformen haben einen anderen Charakter, der durch die Begrifflichkeit ausgedrückt werden sollte - wie z.B. bei "Verwandtschaft" und "Wahlverwandtschaft". Hier könnte die Kirche durchaus orientierend und klärend helfen.

Also: Nicht alles in einen großen Topf werfen, sondern die Möglichkeit nuancenreicher Differenzierung wahrnehmen.

 

Kontakt

Christa A. Thiel
E-Mail: familien-heute@ekvw.de

 
 
 
 
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